Ich kann zu allem alles beisteuern, irgendwas finde ich immer. Hilfreich ist es aber selten, schon gar nicht für mein eigenes Spiel.
Marcel Haremza, den ein Freund zu nennen ich sehr stolz bin (der Satzbau entspricht meinen Golfgedanken – nicht falsch, aber könnte besser sein), beobachtete mich einmal beim Trainieren auf der Range. Und er fragte mich: »Schlägst du deine Bälle eigentlich immer ohne Ausrichtungshilfe?«
»Klar!« »Und warum?«
Ich plusterte mich mit meinem Golfwissen aus der Rumpelkammer auf: »Tom Watson sagt, man müsse immer ohne Ausrichtungshilfe trainieren.«
Marcel kniff die Augen zusammen und schüttelte den Kopf. Er sah in mir einen Patienten, dem kaum noch zu helfen sei. »99 Prozent aller Profigolfer trainieren mit Ausrichtungshilfe.«
Also besorgte ich mir kleinlaut sogenannte Alignment-Sticks. In einer vergangenen Kolumne hatte ich schon einmal darauf hingewiesen, dass sie im Bag viel hermachen. Sie machen einen zumindest optisch sofort zum Mannschaftsspieler. Und scheinen das Handicap von allein um zwei, drei Schläge zu senken.
Aber als ich sie dann zur Ausrichtung benutzte, sah ich gleich, wo mein Problem war: Ich stand geschlossen, und zwar extrem.
Ausrichtung ist wichtig, einverstanden. Auch wenn mir aus einem Regal in meiner Rumpelkammer folgendes Zitat von Hank Haney entgegenfällt: »Ausrichtung ist überschätzt. Zwei der drei besten Ballstriker aller Zeiten hatten keine perfekte Ausrichtung. Moe Normans Fußlinie zeigte etwas nach rechts, und er spielte kleine Pulls. Lee Trevino richtete sich nach links aus und spielte kleine Slices. Nur Ben Hogan war gerade zum Ziel ausgerichtet. Was nicht überschätzt werden kann, ist ein wiederholbarer Schwung, egal, wohin du ausgerichtet bist.«
Egal, ich trainiere jetzt mit Alignment-Sticks und glaube an eine vernünftige Ausrichtung zum Ziel. Und ans gute mannschaftspielerische Aussehen.
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